UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona
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Natürlicher Lebensraum
 
Das Welterbe Sardona erstreckt sich von 520 m ü. M. östlich von Ennenda bis zum Ringelspitz auf 3247 m ü.M., wobei der grösste Teil oberhalb der Baumgrenze von ca. 2000 m ü.M. liegt. Aufgrund der verschiedenen Höhenlagen, der unterschiedlichen klimatischen und topografischen Verhältnisse sowie des vielfältigen geologischen Untergrundes weist das Gebiet eine grosse Vielfalt an Lebensräumen auf: Wälder, Zwergstrauchheiden, blumenreiche Magerwiesen und -weiden, Flach- und Hochmoore, alpinen Auen, Fels- und Schuttvegetation. Die geschätzte Zahl von 800 Pflanzenarten entspricht für nordalpine Regionen einer hohen Artenvielfalt.
Die tieferen Lagen werden vorwiegend von Waldgesellschaften eingenommen. Am häufigsten sind Tannen-Buchenwälder und Fichtenwälder. Bemerkenswert sind verschiedene Wälder auf Sonderstandorten, so z.B. Bergföhrenwälder auf Kalkgestein oder auf Moorböden. Eine Besonderheit ist das Auftreten der Arve (Pinus cembra) in den höheren Lagen des Calfeisen-, des Murg- und des Mürtschentals. Dort befinden sich die nördlichsten Vorkommen ausgedehnter Bestände in ganz Mitteleuropa.
 
Des Weiteren sind auch die subalpinen Auenwälder im Chrauchtal (von nationaler Bedeutung) und im Calfeisental von besonderem landschaftlichen Wert. Oberhalb der Waldgrenze sind Alpweiden mit Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden bis auf eine Höhe von 2200 m ü.M. vorherrschend. Darüber werden die fels- und schuttfreien Gebiete von alpinen Rasen besetzt.
rostseggenrasen
Einige der Lebensräume im Welterbe Sardona sind aufgrund ihrer Gefährdung, Schönheit und Grösse von nationaler Bedeutung.
 
Die Vegetation auf Fels und Schutt ist hauptsächlich durch den geologischen Untergrund geprägt. Auf gröberem Kalkschutt wächst z.B. das Alpenleinkraut (Linaria alpina).
 
Das Welterbe Sardona ist ein wichtiger Lebensraum für Säugetiere wie Alpensteinbock (Capra ibex), Rothirsch (Cervus elaphus), Gämse (Rupicapra rupicapra), Reh (Capreolus capreolus), Fuchs (Vulpes vulpes), Murmeltier (Marmota marmota) und Vögel wie Auerhuhn (Tetrao urogallus), Birkhuhn (Tetrao tetrix) und Alpenschneehuhn (Lagopus muta). Im Welterbe Sardona können 80 bis 90 Brutvogelarten nachgewiesen werden. Verschiedene Amphibien und Reptilien besiedeln das Gebiet bis in die höchsten Lagen. Aus der Gruppe der Tagfalter sind gegen 90 Arten nachgewiesen. Die vielfältigen Lebensräume haben eine wichtige Bedeutung für die subalpine und alpine Insektenwelt.
 
Nach der Ausrottung des Alpensteinbocks wurde dieser im Jahre 1911 im Jagdbanngebiet Graue Hörner erstmals in der Schweiz wieder ausgesetzt.
junger_bartgeier
Im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes für Bartgeier wurden im Juni 2010 im Calfeisental zum ersten Mal in den Schweizer Nordalpen drei Bartgeier (Gypaetus barbatus) ausgesetzt. In den Folgejahren wurden bis 2014 neun weitere Bartgeier im Calfeisental freigelassen.

 

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